Geotextilien können ein kostengünstiges und sehr wirksames Element beim Bau oder der Sanierung von Eisenbahnstrecken sein.
Beim Einsatz im Eisenbahnbau werden Geotextilien in der Regel zwischen den verschiedenen Schichten der Konstruktion verlegt, beispielsweise zwischen der Fundamentschicht, also der Erd- oder Gesteinsschicht unter dem Gleisbett, und dem Boden. Sie wirken als Trennschicht, verhindern das Vermischen verschiedener Bodenarten und tragen zur Stabilität des Gleisbettes bei. Geotextilien tragen auch zur Verbesserung der Entwässerung und zur Verringerung der Erosionsgefahr bei, indem sie Wasser durch das Gewebe hindurchlassen und gleichzeitig den Boden an Ort und Stelle halten.
Wenn eine Trennschicht direkt unter der Schotterschicht verlegt werden muss, müssen die Abriebkräfte des Schotters in Verbindung mit der Bewegung des Zuges berücksichtigt werden. Ein Standard-Geotextil würde schnell perforiert werden und diesen Kräften nicht standhalten können.
Die Verwendung eines Geotextils trägt auch dazu bei, den typischen Pumpeffekt (verursacht durch die Kompression einer nicht ordnungsgemäß entwässerten Plattform, wenn der Zug über die Gleise fährt) zu verhindern, da es das Wasser aus den Gleisen abfließen lässt und gleichzeitig die feinen Bodenpartikel an Ort und Stelle hält. In Kombination mit zusätzlichen Entwässerungssystemen wie Drainagerohren oder Geokompositprodukten wird die strukturelle Stabilität erheblich erhöht.
Neben diesen Funktionen können Geokunststoffe auch zur Verstärkung von Aufschüttungen und Böschungen im Eisenbahnbau eingesetzt werden. Dazu wird der Geokunststoff hinter der Aufschüttung platziert und mit Erde aufgefüllt. Der Geokunststoff hilft, die Erde an Ort und Stelle zu halten, wodurch das Risiko von Erdrutschen und Erosion verringert wird.